Im November 2017 wurde unser Haus im Wedding verkauft. Schon lange vorher haben wir uns mit möglichen Ankaufszenarien beschäftigt und uns auf einen Kontakt zur Eigentümerin vorbereitet. Wir haben zu lange gezögert, uns nicht getraut. Der freie Markt war schneller als wir. Doch es ging erst richtig los…

In Aussicht auf die Ausübung eines Vorkaufsrechts durch den Bezirk Mitte bereiteten wir über zwei Monate hinweg intensiv ein Ankaufmodell durch Erbpacht mit zwei Stiftungen und einer hauseigenen GmbH vor. Die Abwendungsvereinbarung des Käufers kam uns zuvor. Andernfalls wäre unser Modell zum Tragen gekommen.

Durch die umfangreiche Auseinandersetzung mit gemeinwohlorientierten Ankauf- und Bewirtschaftungsmodellen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Sanierungsplänen sowie dem Austausch mit vielen Betroffenen, wirtschaftlichen und stadtpolitischen Akteuren wuchs unsere Expertise.

Unsere Erfahrungen und unser Wissen teilen wir seitdem mit anderen Mieter*innen, wirtschaftlichen und politischen Akteuren und Interessierten. Anfang 2018 entstand hieraus das Pilotprojekt „Häuser Bewegen“, in dessen Verlauf wir erstmalig an ein Netzwerk für die langfristige Sicherung von Wohn- und Gewerberäumen in unseren Nachbarschaften und an ein Konzept zur Ansprache von Eigentümer*innen dachten.

Diese Ideen und Erfahrungen möchten wir in dem Folgeprojekt „Häuser Bewegen“ umsetzen und weiterentwickeln. Wir konzentrieren uns hierbei auf folgende Arbeitsschwerpunkte:

Beratung für Mieter*innen im Verkaufsfall zur Aktivierung und Stärkung von Hausgemeinschaften und Nachbarschaften sowie zur Begünstigung gemeinwohlorientierter und von Mieter*innen getragener Ankäufe.

Aufbau eines Netzwerks für gemeinwohlorientierten Immobilienentwicklung (GI), um Potentiale und Ziele der Zusammenarbeit für gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklung zu identifizieren und Ankäufe gemeinsam umzusetzen.

Ausbau des Beratungsangebots und Vermittlung zwischen Eigentümer*innen, Mieter*innen und GI-Akteuren zur langfristigen Sicherung von leistbaren Mieträumen.